Regensburg

das Goliathhaus

Regensburg - Goliathhaus: Das Goliathhaus gilt als Stammsitz der Thundorfer, die vermutlich im 13.Jh. aus Thundorf bei Neumarkt-Oberpfalz nach Regensburg eingewandert und bis ins 14.Jh. als Besitzer nachgewiesen sind. Beruehmtestes Mitglied der Patrizierfamilie ist Leo Thundorfer, Regensburger Bischof von 1262-1277 und damit im Amt als man mit dem Domneubau begonnen hat (1270er). - Entstanden ist das Gebaeude ab 1220-30 in mehreren Etappen (voellige Entkernung 1897-98), der burgartige Charakter mit Tuermchen und Zinnen ist ein gutes Beispiel fuer das gesellschaftliche Herkommen der Patrizier: buergerliche Kaufleute mit grossem Reichturm gingen Heiratsverbindungen mit dem verarmten Landadel ein, es entstand ein staedtischer 'Kaufmannsadel', der die Ritterburgen auf dem Land mit dem Bau von Stadtburgen imitiert. - Der Name des Hauses hat eine laengere Entstehungsgeschichte und existierte bereits bevor das Fresko von David und Goliath an der Nordfassade des Hauses angebracht wurde. Schon Leo Thundorfer stellte in seinem Haus fahrenden Theologiestudenten Raeume zur Verfuegung. Diese Studenten wurden Goliarden genannt, da ihr Schutzpatron der legendhafte Hl. Golias war. Da sich allmaehlich die Bezeichnung Scholaren fuer die fahrenden Studenten einbuergerte, ging der Begriff Goliarden verloren und so wurde die Goliarden-Herberge, das Golias-Haus allmaehlich zu Goliath-Haus umgemuenzt. Als im 16. Jahrhundert der damalige Besitzer des Hauses (vermutlich ein Angehoeriger der bekannten Kaufmannsfamilie Tucher aus Nuernberg) beschloss, die Fassade bemalen zu lassen, gab er bei Melchior Bocksberger das Goliath-Motiv in Auftrag.

"Bildergalerie - Regensburg"
Foto: Achim Boettger Ort: Regensburg Land: Deutschland Datum: 30.03.2015 3/30

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