Regensburg
der Alte Kornmarkt und die Alte Kapelle
Regensburg - Alte Kapelle: Die Geschichte der Stiftskirche Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle reicht bis in das 9. Jahrhundert zurueck. Baugeschichtliche Untersuchungen fehlen, aber eine Quelle erwaehnt Kirche und Stift 875 als bestehende Institutionen. Zu dieser Zeit ist Regensburg Hauptstadt des Ostfraenkischen Reiches, hier residiert Koenig Ludwig der Deutsche, ein Enkel Karls d. Gr. Vermutlich liess er Mitte des 9. Jahrhunderts die Alte Kapelle als seine Pfalzkapelle errichten. Fuer diese Kirche ist die Wiederverwendung von Steinen aus der roemischen Lagermauer ueberliefert. Noch sichtbar sind diese roemischen Quader an den unteren Geschossen des freistehenden Glockenturms. 1002 wurde diese Kirche wegen Baufaelligkeit von Kaiser Heinrich II. vollstaendig neu errichtet. Anschliessend schenkte er Kirche und Stift 1009 dem von ihm neu begruendeten Bistum Bamberg. Auch wenn dieser fruehmittelalterliche Bau in seiner Architektur noch weitestgehend erhalten zu sein scheint, ist er seit 1747-97 von einer ueppigen Rokoko-Ausstattung ueberformt. - Ihren Namen, Stiftskirche Unserer Lieben Frau zur Alten Kapelle, erhaelt das Gebaeude von dem hier gezeigten Gnadenbild Maria mit dem Jesuskind. Kaiser Heinrich II. hat dieses Bild der Alten Kapelle geschenkt, das er selbst bei der Kaiserkroenung 1014 in Rom von Papst Benedikt VIII. erhalten hat. Das Originalbild ist verloren gegangen. Das heute gezeigte Bild entstand des 13. Jahrhunderts in Regensburg als Nachfolgebild. - Ein denkwuerdiges Ereignis in juengster Zeit war 2006 der Einbau einer neuen Orgel (Firma Mathis AG-Naefels), die von Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Regensburg am 13. September 2006 feierlich geweiht wurde. x x x - Regensburg - Alter Kornmarkt: Der Getreidemarkt, der hier bis etwa 1825 stattfand, fuehrte zur Benennung des Platzes. Die Bebauung reicht bis in die roemischen Anfaenge der Stadtgeschichte zurueck. In der nordoestlichen Ecke des Legionslagers Castra Regina gelegen, befanden sich in seiner Nordhaelfte archaeologisch nachgewiesen Mannschaftsunterkuenfte fuer die roemischen Legionaere, suedlich davon entdeckte man roemische Badegebaeude. Mit der Entstehung des bayerischen Herzogtums im 6. Jahrhundert bekam Regensburg die Rolle der ersten bayerischen Hauptstadt. Die Herzoege aus dem Geschlecht der Agilolfinger residierten am Alten Kornmarkt, wenn auch nicht bekannt ist, wo sich ihre erste Herzogspfalz genau befand. Bis ins Jahr 1245, als Regensburg von Kaiser Friedrich II. die Reichsfreiheit verliehen bekam und die Herzoege ihren politischen Einfluss in Regensburg verloren, residierten sie in diesem Bereich, zuletzt in den heute noch erhaltenen Gebaeuden aus dem fruehen 13. Jahrhundert auf der Westseite des Platzes. - Dieses Gebiet war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts in rechtlicher Hinsicht ein Kuriosum. Obwohl der bayerische Herzog mit der Verleihung der Reichsfreiheit an die Stadt seine Rechte in Regensburg einbuesste, blieben das Gebaeude und der westliche Teil des Platzes aber bayerisches Eigentum inmitten der Reichsstadt. Bis 1902 galt auf diesem Territorium bayerisches Landrecht, nicht Regensburger Stadtrecht. Dies fuehrte immer wieder zu skurrilen Situationen: 1782 wurden im Einverstaendnis der Stadt und auf deren Kosten auf dem Platz laengs der Alten Kapelle Baeume gepflanzt. Als 4 Jahre spaeter einige abgestorbene Baeume von der Stadt ersetzt wurden, hielten es die bayerischen Herrscher fuer notwendig ihren Anspruch auf den Platz wieder einmal deutlich zu machen. So wurden die reichsstaedtischen Baeume auf Anweisung der bayerischen Regierung in Muenchen herausgerissen und als Mahnung fuer die Zukunft durch bayerische Baeume zu ersetzten. Noch heute befindet sich an dieser Stelle eine Baumreihe!
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"Bildergalerie - Regensburg"
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| Foto: Achim Boettger | Ort: Regensburg | Land: Deutschland | Datum: 30.03.2015 | 17/30 | |
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